Lenkpause für Körper und Seele

 
 

Ansprechpersonen für die Aktion Lenkpause:

  
Fachbereichsleitung Betriebsseelsorge und Referentin für Betriebsseelsorge Region Breisgau-Schwarzwald-Baar
Referentin für Betriebsseelsorge
  

Die nächsten Aktionen

Sa. 26.09.2026
14:30 - 19:00
Begegnungsfest mit kleinem Imbiss und kühlem Getränk
Das Netzwerk Kirche und Arbeitswelt sagt DANKE an die Fahrer*innen, die täglich für uns im Einsatz sind.
Raststätte Hegau A81
Sa. 05.12.2026
13:00 - 19:00
Region A5 / Baden-Baden
Die Aktion Lenkpause bringt den Fernfahrenden ein kleines Dankeschön
Autobahnkirche
Baden-Baden
Sa. 05.12.2026
14:00 - 16:30
Nikolaus
Zum Nikolaustag veranstaltet das Netzwerk Kirche und Arbeitswelt eine Dankeschön-Aktion für LKW-Fahrer
Autobahnraststätte Hegau West und Ost
 

Lenkpause Termine

Lenkpausen  sind an folgenden Samstagen geplant:
 
  • 26.09.2026 Begegnungsfest am Rastplatz Hegau
  • 05.12.2026 Nikolaus-LENKPAUSE

Sie möchten mitmachen?

Und/Oder: Sie sprechen eine osteuropäische Sprache und würden uns gerne als Dolmetscher/in unterstützen?
Dann setzten Sie sich mit Heike Gotzmann in Verbindung unter
07731 875512 oder heike.gotzmann@betriebsseelsorge-freiburg.de
  

Aktuelles zur Lenkpause

30.04.2026
der Betriebs- und Fernfahrerseelsorge
21.04.2026
Begegnung mit LKW-Fahrer*innen
20 Mitglieder des Netzwerks Kirche und Arbeitswelt besuchen LKW-FahrerInnen am Rastplatz Hegau
"Lenkpause" im Dez. an der Autobahnkirche Baden-Baden
03.12.2025
Gestärkte Präsenz an den etablierten Standorten Hegau und Baden-Baden
10.11.2025
Bonifatiuswerk würdigt kreative und innovative Zeugnisse lebendiger Kirche
Lenkpause - Eine Aktion für BerufskraftfahrerInnen an der A 81 Hegau
Es gibt Berufe, die sind echt hart.
Osteridylle am Rastplatz? Oder vier Tage Langeweile?
 

 

Zum Grundgedanken der Aktionen:

Wenn Sie am Wochenende oder an Feiertagen einen Rastplatz an der Autobahn anfahren, dann sehen Sie, dass diese überall voll geparkt sind mit LKWs. Die Fahrer/Innen sind häufig gezwungen, ihre Freizeit auf solchen Parkplätzen weit von Ihrem Zuhause und ihren Familien zu verbringen. Die meisten von Ihnen kommen aus Osteuropa, ihre Arbeitsbedingungen sind extrem schwierig und sie haben kaum die Möglichkeit sich auszutauschen. Die Arbeit im Logistiksektor ist in den letzten Jahren wesentlich härter geworden, der Termindruck ist erheblich gestiegen, ständige Kontrollen und lange Arbeitszeiten sind die Regel. Hinzu kommt, dass das gesellschaftliche Ansehen der Fahrer/Innen nicht hoch ist und sie oft nicht die Behandlung erfahren, die sie verdienen. Dabei sind gerade sie es, die für uns alle arbeiten - durch sie wird Wirtschaften, Produzieren und Konsumieren erst möglich.
Das Netzwerk Kirche und Arbeitswelt bietet den Fahrer/Innen Gespräche, sagt Danke für die Arbeit und möchte Wertschätzung für die Arbeit zum Ausdruck bringen.
 

Wenn Sie unterstützen wollen:

Wir freuen uns über Ihr Mitwirken am Rastplatz - setzten Sie sich gerne mit uns in Kontakt.
Und wir freuen uns über Spenden zugunsten der Fernfahrerseelsorge, um weitere LENKPAUSEN finanzieren zu können. 
Das Geld wird 1 zu 1 ausschließlich für die Aktionen an der Autobahnraststätte Hegau verwendet.

Spendenkonto:
Kirchengemeinde Hegau
IBAN: DE28 6005 0101 0002 3665 46
Verwendungszweck Lenkpause K9101005
LBBW/BW Bank Stuttgart
 
 

 

„Lenkpause für Körper und Seele“ an der Autobahnkapelle Hegau gewinnt den Sozialpreis 2019"

Fernfahrer: ein Leben in Einsamkeit und oft schwieriger Arbeitsverhältnisse
Wenn Sie am Wochenende oder an Feiertagen  auf irgendeiner Autobahn einen Rastplatz  anfahren, dann sehen Sie, dass diese überall voll geparkt sind mit LKWs. Die Fahrer/Innen sind häufig gezwungen, ihre Freizeit auf solchen Parkplätzen weit von Ihrem Zuhause und ihren Familien zu verbringen. Die meisten von Ihnen kommen aus Osteuropa, ihre Arbeitsbedingungen sind extrem schwierig und sie haben kaum die Möglichkeit sich auszutauschen. Die Arbeit im Logistiksektor ist in den letzten Jahren wesentlich härter geworden, der Termindruck ist erheblich gestiegen, ständige Kontrollen und lange Arbeitszeiten sind die Regel. Hinzu kommt, dass das gesellschaftliche Ansehen der Fahrer/Innen nicht hoch ist und sie oft nicht die Behandlung erfahren, die sie verdienen. Und doch muss man sich immer wieder klar machen, dass diese Fahrer/Innen für uns alle arbeiten; durch sie wird Wirtschaften, Produzieren und Konsumieren erst möglich.
Sie arbeiten für uns alle; durch sie wird Wirtschaften, Produzieren und Konsumieren erst möglich und sie sind verdammt allein gelassen!
Um diesen Menschen eine Möglichkeit für Gespräche, Austausch und Begegnung zu geben, haben die Arbeitnehmerseelsorge, das Kath. Dekanat Hegau und das ökumenischen Netzwerk „Kirche und Arbeitswelt“ am Samstag, 21. und Sonntag 22. April 2018, die deutschlandweit erste „Lenkpause für Körper und Seele“ an der Autobahnkapelle Hegau durchgeführt. Mit Informationsständen waren die katholische Fernfahrerseelsorge, Ver.di, der DGB, Faire Mobilität, Europäische Transportarbeiter-Föderation und das Polizeipräsidium Konstanz vor Ort. Über fünfzig ehrenamtliche Helfer/Innen haben mitgewirkt; dass die „Lenkpause“ ein Erfolg wurde, auch wenn sie sich anders entwickelt hat, als ursprünglich gedacht, ist ihnen zu verdanken. Ihr unermüdliches Engagement während der beiden Tage, aber auch schon bei der Vorbereitung, ihre Offenheit für Kontakte und ihre Bereitschaft zur Improvisation waren einfach großartig. Es wurden ca.700 Essen, Kaffee, alkoholfreie Getränke, Obst, Kuchen etc. an die Fernfahrer ausgegeben. Per Shuttle-Bus wurden diese auch von anderen Parkplätzen in der Umgebung abgeholt und zur Kapelle gebracht.
Es kam zu vielen Gesprächen und Begegnungen mit den Fahrern, die dank eines Dolmetscher- Teams sehr intensiv geführt werden konnten. Am Anfang war die Skepsis groß, denn die Fahrer sind es nicht gewohnt angesprochen zu werden; sie sind nicht daran gewöhnt, dass sich jemand für sie und ihre Arbeitssituation interessiert, ihnen zuhört, ihre Ängste und Sorgen ernst nimmt, ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit ihnen teilen will. In der Regel sind sie wochenlang unterwegs, allein und ziemlich einsam; weit von Freunden und Familien wird die Kabine zu ihrem Zuhause. Das Smartphone und das Tablet stellen die einzige Möglichkeit für sie dar, in Kontakt mit ihren Lieben zu bleiben.
Die Lenkpause hat Bogdan für ein Wochenende aus der Kabine herausgeholt und ihm Austausch und Teilnahme ermöglicht.
Bogdan, Fernfahrer aus der Ukraine, erzählt uns: „ An den Wochenenden sind wir nicht mobil. Keinen Meter, keine Minute dürfen wir in der Pause fahren; und ausgerechnet an einem Wochenende fiel mir mein Tablet von der Kabine herunter. Es war natürlich kaputt!  Und an diesem Abend war ich mit meiner Familie zum Chatten verabredet! Ohne auch nur eine Minute zu zögern machte ich mich zu Fuß auf den Weg zum nächsten Mediamarkt, um ein neues zu kaufen. Das waren mehr als 30 Kilometer hin und zurück! Das neue Tablet kostete 150 Euro, das ist sehr viel Geld für mich, aber ich überlegte keine Sekunde. Die Vorstellung, am Abend keinen Kontakt zu meiner Familie aufnehmen zu können, schien mir unerträglich; ich wollte sie unbedingt hören, sehen und mit allen sprechen. Ich wollte nicht das Gefühl haben, allein zu sein. Nach dem Kauf stieg ich zufrieden in meinen 40-Tonner. Vielleicht ist das für viele schwer zu verstehen, aber das Tablet gibt mir Sicherheit, das Gefühl, dass ich nicht alleine bin, dass ich eine Familie und Freunde habe.“
Auch am Wochenende der „Lenkpause“ hat Bogdan das Tablet immer bei sich gehabt. Er hat viel aufgenommen und er wollte selbst aufgenommen werden, auch als er im Gottesdienst ein Gebet auf Ukrainisch gelesen hat. Die Aufnahmen wollte er dann später, von der Kabine aus, seiner Familie und seinen Freunden schicken, um sie teilnehmen zu lassen an seiner Welt, er wollte sie beruhigen und ihnen zeigen, dass es auch unterwegs Menschen gibt, die an ihm interessiert sind. Er wollte zeigen, dass er lebt.
Die Lenkpause hat Bogdan und einige seiner Kollegen für ein Wochenende aus ihrer Einsamkeit herausgeholt, sie hat ihnen Austausch und Teilnahme ermöglicht. Das hat alle Beteiligten noch einmal in ihrer Überzeugung bestätigt, dass die Kirche sich dorthin bewegen muss, wo die Menschen sind, wo sie leben und arbeiten. Eine solche Annäherung der Kirche an die Lebenswelten der Menschen, eine solche direkte Vermittlung der christlichen Nächstenliebe motiviert offensichtlich auch Ehrenamtliche aus Pfarrgemeinden und Netzwerken dazu, sich zu engagieren, da sie bei solchen Einsätzen erfahren, dass Kirche auch an „anderen Orten“ spürbar werden kann und nicht reduziert ist auf sakrale Räume. Sie erfahren, dass die Kirche überall in unserem Leben präsent ist.
Diese Aktion wird sicher wiederholt werden, und es ist zu hoffen, dass die Idee Schule macht.

Auf dem deutschen Autobahnnetz gibt es mehr als fünfzig Autobahnkapellen und unendlich viele Parkplätze. Es wäre schön, wenn die Fernfahrer in Zukunft nicht nur im Hegau eine solche Lenkpause einlegen könnten.
 
Für die Aktion: Heike Gotzmann
 
 
 

Bilder der 1. Lenkpause 2019